Tipps für die Freiberuflichkeit in der Kinderkrankenpflege

von Mechthild Hoehl

Vorstandsvorsitzende

Regelmäßig gehen Anfragen von Kolleginnen und Kollegen aus dem gesamten Bundesgebiet zu folgenden Fragestellungen ein: Was genau ist freiberufliche Kinderkrankenpflege? Was muss man beachten? Wie kann man eine solche Tätigkeit gestalten?

Die Anfragen kommen von Kolleginnen und Kollegen, welche nach einer sinnvollen Beschäftigung während der Elternzeit oder eine Alternative zur Beschäftigung innerhalb der Klinikstrukturen suchen; Kolleginnen und Kollegen, denen bereits Honorartätigkeitsangebote vorliegen, oder auch von Kolleginnen und Kollegen, welche sich grundsätzlich informieren, weil sie beispielsweise als Lehrer für Pflegeberufe über außerklinische Arbeitsgebiete aufklären wollen.

Aus diesem Grunde wollen wir über diesen Artikel eine Grundlage über die Arbeitsfelder, rechtlichen Grundlagen und weiteren Überlegungen zur freiberuflichen Kinderkrankenpflege auch all den Kolleginnen und Kollegen zugänglich machen, die bislang im Klinikalltag von dem Arbeitsfeld der freiberuflichen Kinderkrankenpflege noch wenig oder gar nichts gehört haben.

Hinweis: Bei den nachfolgenden Informationen handelt es sich um persönlich zusammengetragene Informationen, die rechtlich nicht bindend sind. Genauere Informationen und persönliche Beratung erhalten Sie im Starthilfeseminar. Im Zweifel sollten unbedingt Steuerberater, Rechtsanwälte, Existenzgründungscoaches u.ä zu Rate gezogen werden.

Begriffsbestimmung

Zunächst eine kurze Begriffsbestimmung:

  • Freiberuflichkeit ist jede nicht gewerbliche selbstständige Tätigkeit, beispielsweise in Erziehung, Bildung, Beratung, Gesundheitspflege, als eigene Dienstleistung.
  • Gewerbliche Tätigkeiten sind Tätigkeiten, bei denen etwas mit Gewinn verkauft wird. Dies können auch Dienstleistungen anderer sein (z.B. im Pflegedienst).

Im Rahmen der freiberuflichen Kinderkrankenpflege kommt natürlich auch der Begriff „Selbstständigkeit“ ins Spiel. Mir persönlich ist der Begriff „Freiberuflichkeit“ lieber.

Meine ganz persönliche Definition dazu ist:

  • Selbstständig arbeiten heißt selbst und ständig arbeiten
  • Freiberuflich arbeiten bedeutet frei sein, seine Berufung zu leben

Arbeitsfelder in der Freiberuflichkeit

Die Arbeitsfelder der freiberuflichen Gesundheits- und Kinderkrankenpflege sind so vielfältig wie die Persönlichkeiten, die in diesem Tätigkeitsfeld unterwegs sind.

In der allgemeinen Pflege wird bei der freiberuflichen Pflege häufig die reine krankenpflegerischen Tätigkeit auf Honorarbasis, entweder in Krankenhäusern und anderen Gesundheitseinrichtungen, als Einzelpflege- oder Honorarkraft in der ambulanten Pflege, in der Verhinderungspflege, der privaten Tagespflege oder in der Integrationshilfe gesehen.

In der freiberuflichen Kinderkrankenpflege liegen die Schwerpunkte der Kolleginnen und Kollegen meist anders. Sie erstrecken sich auch auf folgende Arbeitsfelder:

Beratung rund um die Geburt

  • vorbereitende Kurse auf das Elterndasein
  • Materialberatung z.B. Stoffwindelberatung, Trageberatung
  • Stillberatung
  • Elterntrainings
  • Elternberatung

Frühe Hilfen

  • Beratung von Familien mit besonderem Beratungsbedarf
  • Familienlotsin
  • Arbeit für Jugendamt oder Gesundheitsamt oder andere Träger
  • Schreibabyberatung, Beratung bei frühkindlichen Regulationsstörungen, Fütterproblematiken, Entwicklungsunterstützung uvm.

Kursleitung

  • Stillgrupen
  • Babymassage
  • Eltern-Kind-Gruppen
  • Eltern-Kind-Turnen, Kinderturnen
  • Kindermusikkurse (Musikgarten, etc.)
  • Geschwisterkurse, Babysitterkurse u.ä.

Gesundheitsberatung

  • Wickel- und Hausmittelanwendung, Aromapflege
  • Patientenschulung: Diabetesberatung, Asthmatraining, o.ä.
  • Erste-Hilfe am Kind
  • Gesundheitsförderin in Kindergarten und Grundschule, Klasse 2000
  • Präventionsassistentin in Kinderarztpraxen

Freiberufliche "Kinderkranken-PFLEGE"

  • Honorarpflegekraft z.B. bei Familien mit persönlichem Budget
  • Nachsorge, Case Managerin
  • Integrationsfachkraft für kranke Kinder in Schulen und Kindergärten
  • MDK-Gutachterin
  • Therapie- oder Hilfsmittelbetreuerin im Auftrag der Industrie
  • Nurse-Sitting

Erwachsenenbildung

  • Trainerin für Basale Stimulation, Kinästhetics
  • Freie Pflegepädagogin, Dozentin an Bildungseinrichtungen oder Fortbildungsstätten
  • Pflegewissenschaftler/in
  • Publizist/in

Rechtliche Bestimmungen: Meldung beim Finanzamt

Die erste Hürde zum Start in die Freiberuflichkeit entsteht häufig bereits bei der Meldung beim Finanzamt. Die Finanzbeamten wissen manchmal nicht, wie sie die Kinderkrankenschwestern einstufen sollen.

Für freiberufliche Tätigkeiten gibt es  sogenannte  „Katalogberufe“ (z.B. auch Hebammen) und katalogähnliche Berufe, dazu gehört Pflegepersonal. Nach der Anmeldung beim Finanzamt wird eine neue Steuernummer vergeben. Wenn gleichzeitig Material oder Dienstleistungen anderer verkauft werden, handelt es sich um eine gewerbliche Tätigkeit. Hierfür muss zusätzlich eine Anmeldung beim Gewerbeamt erfolgen.

Musterbrief an das Finanzamt als Word Dokument herunterladen

Ausnahmen von der Umsatzsteuerpflicht als Kleinunternehmer UStG §4 Abs. 19; Heilberuf UStG §4 Abs. 14; Frühe Hilfen im Auftrag der Jugendhilfe USTG §4 Abs. 25.

Nebenberufliche Freiberuflichkeit: Arbeitgeber informieren

Wird die freiberufliche Tätigkeit als nebenberufliche Tätigkeit neben einem Hauptarbeitsverhältnis, oder auch im Erziehungsurlaub begonnen, so ist korrekterweise der Arbeitgeber hierüber zu informieren.

Unabhängig von einigen Klauseln in manchen Arbeitsverträgen, darf er die nebenberufliche Freiberuflichkeit jedoch nur dann untersagen:

  • Wenn sie in Konkurrenz zum Arbeitgeber tritt (z.B. privates Stillcafé 5 km von der Klinik entfernt, die ebenfalls eines anbietet)
  • Wenn das Arbeitszeitgesetzt durchbrochen wird (keine ausreichende Ruhepausen)
  • Wenn das erste Arbeitsverhältnis darunter leidet

Finanzielle Hürden

Hinweis: Die nachfolgenden Informationen und Zahlen beziehen sich auf das Jahr 2018. Die Zahlen können sich von Jahr zu Jahr leicht ändern.

Einkünfte bis 2400 € pro Jahr fallen insbesondere bei Kursleitertätigkeiten für gemeinnützige Bildungsträger evtl. unter die sogenannte „Übungsleiterpauschale“.

Alle freiberuflichen Einkünfte, die nicht unter die Übungsleiterregelung fallen, bzw. die über die 2400 € hinausgehen, werden mit der Anlage GSE bei der Steuererklärung steuerrechtlich erfasst. Hierbei wird eine einfach Einnahme-Überschuss-Rechnung gemacht, d.h. es werden die Einnahmen den Ausgaben gegenübergestellt, um den Gewinn zu ermitteln, der versteuert werden muss. Das Hinzuziehen eines Steuerberaters ist empfehlenswert.

Ab durchschnittlichen Einkünften im Monat von 435 € wird eine eigene Krankenversicherung notwendig, falls diese nicht über ein Hauptarbeitsverhältnis abgedeckt ist. Ab einem durchschnittlichen Gewinn von 450 € besteht i.d.R. Rentenversicherungspflicht. Ab einem Umsatz von 17.550 € pro Jahr besteht Umsatzsteuerpflicht.

Ausnahmen von diesen Regelungen werden Ihnen im Starthilfeseminar, bzw. für Vereinsmitglieder auch in einem persönlichen Beratungsgespräch erläutert.

Scheinselbstständigkeit

Selbstständige mit nur einem Auftraggeber sind scheinselbstständig. In diesem Fall wäre ein reguläres sozialversicherungspflichtiges oder Minijob-Anstellungsverhältnis anzustreben.

Merkmale für eine arbeitnehmerähnliche Selbstständigkeit („Scheinselbstständigkeit“) sind außerdem z. B. Weisungsabhängigkeit, feste Arbeitszeiten, Nutzung von Räumlichkeiten, Hard- oder Software des Auftraggebers, Verpflichtung an Arbeitssitzungen teilzunehmen oder regelmäßige Berichte zu verfassen, wodurch seine Arbeit kontrolliert wird.

Zeichen der selbstständigen Betätigung sind dagegen:  unternehmerisches Risiko, freie Gestaltung und Wahl von Arbeitszeit und Einsatzort und mehrere Auftraggeber.

Formalien

Neben der Anmeldung beim Finanzamt ist eine Anmeldung bei der Berufsgenossenschaft www.bgw-online.de erforderlich, die gesetzliche Unfallversicherung für Betriebsunfälle. Diese käme für Wegeunfälle auf dem Wege zur Arbeitsstätte oder zu den Klienten, oder Unfälle bei der Tätigkeit auf.

Der Abschluss einer Freiberuflerhaftpflichtversicherung ist in jedem Fall empfehlenswert. Bei Bedarf vermittelt die Interessengemeinschaft freiberuflich und/oder präventiv tätiger Kinderkrankenschwestern einen Kontakt zu einem Versicherungsmakler, der für eine Freiberuflerhaftpflicht für Kinderkrankenschwestern ein faires Angebot verhandelt hat.

Ob weitere Versicherungen notwendig werden, hängt sicherlich vom Tätigkeitsfeld des einzelnen Freiberuflers ab.

Die Verdienstgrenzen zur eigenen Sozialversicherungspflicht wurden vorab schon erläutert.

Merke: Für den Start in die Selbstständigkeit

  • Anmeldung Finanzamt
  • Anmeldung Berufsgenossenschaft
  • Freiberuflerhaftpflicht
  • bei Teilselbstständigkeit Arbeitgeber informieren
  • bei Vollselbstständigkeit Businessplan erstellen (Hierbei handelt es sich um ein stichhaltiges Gründungskonzept mit durchdachter Finanzplanung. Hierfür ist der Besuch eines Existenzgründungsseminars oder eines Gründungsberaters empfehlenswert)

Start in die Freiberuflichkeit

Vor einer freiberuflichen Tätigkeit sollten Sie sich gut überlegen, welche Tätigkeit Sie ausüben wollen und wie Sie diese gestalten können und möchten. Hierzu sollten Sie folgende Vorüberlegungen anstellen:

Selbstanalyse

  • Wer bin ich?
  • Was kann ich?
  • Wo will ich hin?
  • Was brauche ich dafür?

Eine gute Idee und einer qualifizierten Person allein reichen jedoch noch nicht für eine Berufstätigkeit außerhalb der Klinik aus, daher müssen auch folgende Punkte beachtet werden:

Marktanalyse

  • Wo ist der Bedarf?
  • Wer sind meine Ansprechpartner?
  • Welche Preise kann/will ich für meine Dienstleistungen verlangen?

Netzwerken

Die Suche nach Kooperationspartnern, Institutionen zur Zusammenarbeit und möglichen Honorargebern muss überlegt angegangen werden. Es wird überlegt, für wen die Angebote überhaupt interessant sind. Welche Personen und Institutionen aus dieser Zielgruppe sind bereits bekannt?

Falls wenige Kooperationspartner bekannt sind, werden Adressen im Telefonbuch, Internet, Behörden usw. recherchiert, in ersten Kontakten die Namen notiert und eine entsprechende Liste angelegt.

Für einen Einstieg wird ein kurzes Konzept über die eignen Qualifikationen und Ideen erstellt. Dieses dient in Gesprächen oder Kontakten als Leitfaden. Es wird überlegt, welches der beste Weg ist, um die Angebote darzustellen? Je nach bisherigem Kontakt zu möglichen Auftraggebern kann dieses über direkten Kontakt, Anschreiben oder Zielgruppenbriefe erfolgen.

Nischen finden

Wenn man etwas anbieten möchte, wo der Markt gesättigt erscheint, beispielsweise Babymassagekurse in einer Stadt, in der es schon viele Anbieter für Babymassagekurse gibt, gilt es Nischen zu finden und zu besetzen.

Hierbei können besondere Zielgruppen (Frühgeborene, Kaiserschnittgeborene, Zwillingskinder) angesprochen, Sprachkenntnisse genutzt (Kurse für Migranten) oder ungewöhnliche Rahmenbedingungen gewählt werden: z.B. spezielle Angebote an Wochenenden, Abenden, oder Hausbesuche, in Kindergärten während der Betreuungszeiten für die Geschwister, o.ä. Außerdem können Kurse nicht nur für Mütter angeboten werden: Väter, Großeltern, Geschwister, Babysitter, Erzieher, …

Es macht Sinn, die Themenauswahl zu variieren, Kombiangebote zu schaffen (Babymassage „plus“ mit integriertem Elterntraining…).

Werbung

Die freiberufliche Tätigkeit muss bekannt gemacht werden. Zur Werbung geeignet sind:

  • Flyer, die in Kinderarztpraxen, Betreuungseinrichtungen, Familienzentren, therapeutischen Einrichtungen, Babybedarfsläden ausgelegt werden
  • Eine persönliche Vorstellung in Arztpraxen, Elternrunden, z.B. in Schwangerenkursen, Rückbildungskursen, Elternsprechtagen, u.ä. ist hilfreich
  • Aushänge, Autoaufschriften, Zeitungsanzeige, Zeitungsartikel erreichen breit gestreut viele Menschen, die sich den Namen oder das Logo merken und bei Bedarf Kontakt aufnehmen
  • Aktionstage mit der regionalen Wirtschaft, „Familieneinkaufssamstag“, Kindereinrichtungen, Babymessen, Gewerbeschauen, Gesundheitstage können gezielt genutzt werden um die gewünschte Zielgruppe zu erreichen
  • Die mit Abstand beste Werbung geschieht über Direktansprache und Mund-zu-Mund-Propaganda, der Empfehlung von zufriedenen „Kunden“/Leistungsnehmern
  • Wichtig in heutiger Zeit ist die Internetnutzung: Hierbei können Veranstaltungshinweise speziell für Familien in entsprechende Foren eingestellt werden, bzw. das eigene Angebot auf einer eigenen Internetseite dargestellt werden
  • Es ist sinnvoll eine Kundenkartei zu führen und zu pflegen, um regelmäßige Informationen zu neuen Programmen und erweiterten Dienstleistungen weiterzugeben

Preisgestaltung

Um die freiberufliche Tätigkeit nicht nur als Hobby, sondern tatsächlich auch als bezahlte Berufstätigkeit auszuüben, muss eine freiberuflich tätige Kinderkrankenschwester lernen, betriebswirtschaftlich zu denken.

Bei der Preisgestaltung für einzelne Dienstleistungen und Kurse darf sie sich weder unter Wert verkaufen, noch darf sie die Angebote in einer Preiskategorie anbieten, welche für die Interessenten unakzeptabel wird. Da das Tätigkeitsspektrum ebenso unterschiedlich ist, wie regionale Unterschiede, gibt es folgende Dinge zu beachten:

  • Welcher Gewinn muss erwirtschaftet werden (Persönlicher Bedarf)?
  • Bei der Honorarberechnung muss mit berechnet werden: Raummiete, Material, Versicherungen, Steuern,…Zeitinvestition in die Vorbereitung
  • Gibt es festgelegte Honorarsätze bei Institutionen, ggf. zusätzliche Pauschalen für Fahrkosten, werden Arbeitsmaterialien zur Verfügung gestellt?
  • Marktbeobachtung: was kosten die Angebote bei anderen Anbietern? Es sollte keine zu starke Abweichung geben.
  • Faustregel: für einen Elternkurs von 1,5 bis 2 Stunden Dauer kann der durchschnittliche Preis für eine Kinokarte pro Teilnehmer und Termin angesetzt werden
  • Im Rahmen einer Mischkalkulation können einige Angebote bewusst preiswerter angeboten werden, um ins Geschäft zu kommen, während gleichzeitig an anderen Angeboten ausreichend verdient wird
  • Wird bei unklarer Resonanz eine Raummiete fällig, kann ein erfolgsabhängiges Honorar, bzw. Raumnutzungsgebühr für den Einstieg hilfreich sein (z.B: 80% für den Referenten, 20% für die Raumnutzung)

Kinderkrankenpflege

Auch in der Kinderkrankenpflege bekommt die Honorarkraft in der reinen Pflege eine immer größere Bedeutung. Das erleben wir als Verband häufig in der Bitte, mögliche Auftraggeberanfragen weiterzuleiten.

Auch einzelne Kliniken fragten bereits bei Personalengpässen, meist über Vermittleragenturen, um kurzzeitig verfügbares Personal auf Honorarbasis an.

Falls solche Tätigkeiten aufgenommen werden, sollte unbedingt die Fragestellung der Scheinselbstständigkeit (s.o.) abgeklärt werden. Die Voraussetzungen als Einzelpflegeperson in der ambulanten Pflege tätig zu werden unterscheiden sich z.T. auch in den Bundesländern und können beim örtlichen MDK erfragt werden.

Die Betreuung ambulanter Pflegedienste gehört nicht zu den Aufgaben der Interessengemeinschaft freiberuflich und/oder präventiv tätiger Kinderkrankenschwestern. Hier ist der Bundesverband häusliche Kinderkrankenpflege (www.bhkev.de)  der ideale Ansprechpartner.

Sonderfälle: ambulante Pflege, Frühe Hilfen-Tätigkeiten

Die Betreuung ambulanter Pflegedienste gehört nicht zu den Aufgaben der Interessengemeinschaft freiberuflich und/oder präventiv tätiger Kinderkrankenschwestern. Hier ist der Bundesverband häusliche Kinderkrankenpflege (www.bhkev.de)  der ideale Ansprechpartner.

Viele Kolleginnen nehmen Kontakt mit uns auf, weil sie als Einzelperson in der ambulanten Pflege tätig werden wollen. Hierzu sind die Voraussetzungen jedoch je nach Bundesland unterschiedlich, und zu erfragen bei den örtlichen MDK. Möglichkeiten der Finanzierung ambulanter Pflegeleistungen ergeben sich über

  • Krankenkassen im Rahmen der häuslichen Krankenpflege
  • Einzelverträge mit Krankenkassen
  • Verhinderungspflege, manchmal auch über Sozialamt und Jugendamt
  • Hilfe zur Pflege
  • Hilfe für Kinder in Notsituationen
  • Persönliches Budget
  • sowie Drittmittel, sog. Fundraising.

Eine Vernetzung mit bestehenden Institutionen und Pflegediensten ist als Einzelpflegeperson unbedingt empfehlenswert.

Für das Tätigkeitfeld Frühe Hilfen existieren ebenfalls sehr unterschiedliche Modelle, je nach Bundesland, städtischen Begebenheiten, usw.

Eine Tätigkeit und Finanzierung kann erfolgen über die ambulante Kinderkrankenpflege, im Auftrag des Jugendamtes, über das öffentliche Gesundheitswesen (Gesundheitsämter, häufig in Kombination mit Jugend- und Sozialamt, im Rahmen Kurzzeitpflege oder Tagespflege, sowie über regionale und überregionale Projekte, institutsbezogenen Elternschulprojekten, Spenden über gemeinnützige Träger, uvam.)

Empfehlenswert ist eine Anbindung an einen Träger, um in diesem speziellen Gebiet Rückhalt zu bekommen (kollegiale Beratung, Supervision,…)

Konzepterstellung

Um seine eigenen Ideen für eine freiberufliche Tätigkeit in eine brauchbare Struktur zu bringen, sowie um ggf. an Förder- und Projektgelder heranzukommen, ist es notwendig ein schlüssiges Gesamtkonzept zu erstellen.

Für die Einsteiger in diese Thematik bietet die IG KiKra entsprechende Seminare speziell für Kinderkrankenschwestern an. Berufsübergreifende Gründungsseminare können bei den örtlichen Arbeitsämtern, Gründungszentren oder Handelskammern erfragt werden. Häufig helfen auch Steuerberater bei dem finanziellen Teil des Konzeptes.

In ein gutes Konzept gehören folgende Angaben:

  • Persönliche Angaben (Wer bin ich, was kann ich), besondere Qualifikationen
  • Was ist der Inhalt der Dienstleistung, was genau zeichnet diese aus
  • Markanalyse: Zielgruppe, Finanzkraft, Bedarf
  • Netzwerke, Konkurrenzanalyse
  • Marketing
  • Zukunftsaussichten
  • Finanzbedarf, für die Gründung für die laufenden Kosten usw. Rentabilitätsplanung, Liquiditätsplanung Ggf. Personalbedarf (Besonders bei diesem Teil des Konzeptes benötigen die meisten Kinderkrankenschwestern fachliche Unterstützung)

Schlussbemerkung

Eine freiberufliche Tätigkeit in der Kinderkrankenpflege ist in vielen unterschiedlichen Arbeitsfeldern möglich. Sie kann nebenberuflich zu einer Haupttätigkeit, in Elternzeit ausgeübt, oder als Vollerwerb gestaltet werden. Die freiberufliche Kinderkrankenpflege bietet viel Gestaltungsspielraum Familien oder Institutionen kreativ zu unterstützen und dabei eigenverantwortlich die Arbeitszeiten an die persönliche bzw. familiäre Situation anzupassen.

Um mit der Tätigkeit dauerhaft auch finanziell zufrieden zu sein, bedarf es ausreichender Vorüberlegungen und einem Gesamtkonzept.

Starterseminar: Freiberuflichkeit in der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege

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