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Netzwerk Junge Familie
Aus der Presse „Gleiche Botschaften für ALLE“

1. Netzwerkkongress „Gesund ins Leben – Netzwerk Junge Familie“

Konsensuspapier für die Ernährung von Säuglingen und stillenden Müttern
vorgestellt.

Auf dem 1. Kongress des „Netzwerk Junge Familie“ wurden erstmals einheitliche
Handlungsempfehlungen für die Ernährung im ersten Lebensjahr und für die
Ernährung in der Stillzeit vorgestellt. Mit diesen Empfehlungen ist eine bundesweit
gültige Kommunikations-Grundlage geschaffen, die verschiedensten Akteuren im
Umfeld junger Familien als Beratungsstandards dienen soll. Die
Handlungsempfehlungen sind von Experten aus den Bereichen
Ernährungswissenschaft, Allergologie, Kinder- und Jugendmedizin, Frauenheilkunde
und Hebammenwissenschaft abgestimmt worden und basieren auf aktuellen
wissenschaftlichen Empfehlungen. Unterstützt werden sie zudem durch alle
relevanten Fachgesellschaften, Institutionen und Berufsverbände. „Damit geben wir
den Eltern die Sicherheit, die sie gerade in den ersten Lebensjahren ihrer Kinder
benötigen", betonte die Parlamentarische Staatssekretärin bei der
Bundesverbraucherministerin, Julia Klöckner, anlässlich des Auftaktkongresses in
Berlin, an dem ca. 130 Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Industrie,
Politik, Verbänden und Verbraucherberatung teilnahmen.

Hierzulande kommen knapp 700.000 Babys pro Jahr auf die Welt, jedes 10. davon
entwickelt eine Neurodermitis, mit der häufig der „allergische Marsch“ beginnt.
Prävention tut Not. Prof. Ulrich Wahn, Vorsitzender des Präventions- und
Informationsnetzwerks Allergie/Asthma e. V, führte aus, wie die Handlungs-
Empfehlungen dem Paradigmenwechsel in der Allergieprävention Rechnung tragen:
Stärkende Schutzfaktoren in der Schwangerschaft und eine richtige Ernährung des
Säuglings können Allergien vorbeugen. Prof. Berthold Koletzko, Deutsche
Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e.V., und Prof. Claudia Hellmers,
Deutsche Gesellschaft für Hebammenwissenschaft e.V., stellten die
Handlungsempfehlungen im Einzelnen vor. Sie berücksichtigen die Bereiche Stillen,
den Einsatz und die Zubereitung von Säuglingsmilchnahrung, das Zufüttern mit
fertigen oder selbst gemachten Breien u.v.m.
Prof. Klaus Vetter, Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe, gab
einen Ausblick auf die Handlungsempfehlungen für die Ernährung in der
Schwangerschaft, die noch in diesem Jahr ergänzt werden sollen.
Um möglichst viele Eltern zu erreichen, sind alle Empfehlungen als leicht
verständliche Botschaften zu formulieren, die in diverse
Kommunikationsmaßnahmen einfließen, so Maria Flothkötter vom aid infodienst.
Diese Maßnahmen reichen von Informationsmaterialien für die Elternbetreuung über
Multiplikatorenschulungen bis hin zum Aufbau von Beratungsnetzwerken. Flyer zur
Ernährung im ersten Lebensjahr und zur Allergieprävention, ein Aufkleber für das
Kinderuntersuchungsheft sowie ein Poster für Praxen, Beratungsräume, Kliniken sind
bereits erschienen. Multiplikatorenschulungen sollen zukünftig – unter Einbindung
bestehender Angebote - im Rahmen von Kongressvorträgen, Workshops,
Fachtagungen erfolgen. Unterstützende Materialien, wie Illustrationen für
Elternschulungen, werden dazu entwickelt. Darüber hinaus werden die Botschaften
durch die klassischen Tools der Öffentlichkeitsarbeit (Pressearbeit, Internet, Hotline
etc.) in die Breite getragen.
Hebammen, Frauenärzte sowie Kinder- und Jugendärzte sind wichtige
Multiplikatoren der Handlungsempfehlungen, betonten die Vertreter der jeweiligen
Berufsverbände Lisa Fehrenbach (DHV), Dr. Christian Albring (BVF) und Dr. Wolfram
Hartmann (BKJV) und begrüßten die Einbindung der Verbände in das Netzwerk.
Durch die Betreuung rund um den Zeitpunkt der Geburt sowie die Schwangeren- und
Kindervorsorgeuntersuchungen sind Hebammen, Kinder- und Jugendärzte – ebenso
wie die Frauenärzte - für junge Familien Hauptansprechpartner.

In den vier Workshops am Nachmittag nutzten die Teilnehmer die Gelegenheit, die
Weiterentwicklung der Netzwerkziele rege zu diskutieren:
- Chancen und Potentiale in der Elternberatung standen im Mittelpunkt von
Workshop 1. Dabei werden Geburtskliniken, Krankenkassen und der öffentliche
Gesundheitsdienst als Partner gesehen, die mit jungen Familien in Kontakt treten
und über eigene Kommunikationskanäle die Handlungsempfehlungen umsetzen
können. Eine stärkere Vernetzung (z.B. mit Jugend- und Gesundheitshilfe, zwischen
den Fachministerien, mit anderen regionalen Partnern), die Partizipation der
Multiplikatoren und ein breiteres Verständnis von Gesundheitsförderung wurde von
den Workshopteilnehmern angeregt.
- Was brauchen junge Familien mit Migrationshintergrund, wie werden sie erreicht?
Diesen Fragen ging Workshop 2 nach. Als Zugangsweg haben sich unter Einbindung
sozialer Netzwerke Multiplikatoren bewährt, die sensibel, empathisch, kompetent im
Umgang mit sozialer und kultureller Vielfalt und vorzugsweise muttersprachig sind.
Die Teilnehmer empfahlen, die Botschaften in die jeweiligen Sprachen zu
übersetzen, in der Vermittlung von Handlungsempfehlungen an Vorhandenem
anzuknüpfen, das kulturell geprägte Verständnis von Gesundheit und Krankheit zu
berücksichtigen, der Zielgruppe Identifikationsmodelle zu bieten und
Eigenverantwortung zu fördern und zu fordern.
- Konzepte für Fort- und Weiterbildung sowie Elternschulungen wurden in Workshop
3 diskutiert. Eine hohe Qualität, kostengünstige und modulare Angebote werden
gefordert, die sowohl die fachliche als auch die Beratungskompetenz erweitern. Die
Workshop-Teilnehmer regten eine Logo-Vergabe für entsprechende Zertifikate und
die Aufnahme der Schulungen in Qualitätsmanagement-Konzepte an.
- Durch ein aktives und partizipatives Netzwerken lassen sich Synergien schaffen
und Nachhaltigkeit fördern, so das Ergebnis aus Workshop 4. Die einheitlichen
Handlungsempfehlungen erleichtern beispielsweise die Verständigung im
Arbeitsalltag. Netzwerk-Medien stehen zur Verfügung, Kontakte werden ebenso
erleichtert wie der Austausch zwischen den Akteuren oder die Rückmeldung von der
Basis ins Netzwerk. Die Teilnehmer sahen als nachhaltige Effekte erfolgreicher
Netzwerkarbeit z.B. die Erschließung von Finanzierungsquellen, politische
Unterstützung sowie Transparenz und effiziente Nutzung von vorhandenen Mitteln
und Strukturen.

Das Netzwerk "Gesund ins Leben - Netzwerk Junge Familie" wurde initiiert vom aid
infodienst, wird finanziert vom Bundesernährungsministerium und ist Bestandteil
zweier Aktionspläne: dem Aktionsplan „IN FORM – Deutschlands Initiative für
gesunde Ernährung und mehr Bewegung“ und dem Nationalen Aktionsplan gegen
Allergien. Neben der Erarbeitung einheitlicher Botschaften möchte das Netzwerk
jungen Familien frühzeitig einen gesunden Lebensstil vermitteln. Die ausführende
Geschäftsstelle des Netzwerks ist an den aid infodienst angegliedert, die auch alle
zentralen Aktivitäten koordiniert. Im Netzwerk sind neben dem aid und dem BMELV
unter anderem die Berufsverbände der Frauenärzte, der Hebammen sowie der
Kinder- und Jugendärzte eingebunden.

Autorin: Monika Cremer

Die einheitlichen Handlungsempfehlungen, Fotos und viele weitere Informationen sind einzusehen unter: http://www.gesund-ins-leben.de

Die kostenlosen Medien für die Elternberatung finden Sie unter folgendem
Link:
http://www.gesundinsleben.de/index.php?id=368'


 
Kommentare
dont am 08.09.2010 09:39
Óæå áûëî íîâñåðàâíî ïðè êîëüíî

 
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