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| IG Info 11 Ausgabe November 2008 |
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Vorstand
Im IG-Info Nr. 10 ist ein kleiner Fehler unterlaufen, die korrekte Namensliste des Vorstandes lautet:
1. Vorsitzende: Mechthild Hoehl
2. Vorsitzende: Nicole Nörrenberg
Schatzmeisterin: Antja Cwienk
Schriftführerin: Birgit Weyergraf
Beisitzerinnen: Bettina Baden, Martina Sommer
Kassenprüferin: Tanja Baro
Aktivitäten der IG
Die IG-Kikra erarbeitet derzeit gemeinsam mit dem BeKD-Vorstand eine Weiterbildung zur Familiengesundheits- und Kinderkrankenpflege, die analog zur Familienhebammenweiterbildung auch Ge-sundheits- und Kinderkrankenschwestern für die Frühe- Hilfen- Arbeit in benachteiligten, aber auch allen beratungsbedürftigen Familien qualifizieren wird.
Des Weiteren waren Vertreter der IG auf verschiedenen relevanten Tagungen vertreten, z.B. auf der Tagung „Arbeiten mit Familien“ des nationalen Netzwerkes Frühe Hilfen http://www.fruehehilfen.de/2958.0.html , sowie auf der Jahrestagung der Kinderkrankenpflege und vielen unterschiedlichen regionalen Veranstaltungen. In immer mehr Familienbündnissen und regionalen Netzwerken werden Kinderkrankenschwestern als gleichberechtigte Partner und Ansprechpartner in Sachen Kindeswohl wahrgenommen.
Geplante Fortbildungen
Dem aktuellen Rundbrief liegen Fortbildungshin-weise für die nächsten Fortbildungen bei, auf viel-fachen Wunsch bieten wir in den folgenden Mona-ten folgende Themen an:
- „Schreiben“ – Medienkompetenz für Kinder-krankenschwestern
- „Fresh- up“ , Fachwissen für Kinderkranken-schwestern
- Aufgrund der immer großen Nachfrage ein weiteres „Starthilfe-Seminar“
- Sowie in Zusammenhang mit dem Institut Fokus-Familie den Zertifikatskurs „Das Baby verstehen“
Voraussichtlich im Herbst 2009 wird das Großprojekt Weiterbildung „Familiengesundheits- und Kinderkrankenschwester“ in Kooperation mit dem BeKD starten. Die Weiterbildung wird im Stundenumfang mit der der Familienhebammen vergleichbar sein und schafft eine vertiefte Grundlage für KollegInnen, die bereits jetzt in aufsuchenden frühe Hilfen- Projekten tätig sind oder ihre Tätigkeit genau in diese Richtung ausdehnen möchten. Interessensbekundungen an dieser Weiterbildung können bereits jetzt mit dem beiliegenden Flyer geäußert werden, um dann über den Beginn rechtzeitig informiert werden zu können. Wir müssen allerdings darauf hinweisen, dass es sich hierbei um eine reine Interessensbekundung und keine verbindliche Voranmeldung handelt, über eine Aufnahme in den Weiterbildungsgang muss individuell aufgrund von Fachkenntnissen und relevanten Berufserfahrungen entschieden werden.
(Kolleginnen aus dem Land Rheinland-Pfalz können auch im Jahr 2009 an dem dort vom Familienministerium unterstützten Weiterbildungsgang „Hebammen und andere Gesundheitsberufe beraten Familien“ teilnehmen. Allerdings unterstützt das Land Rheinland-Pfalz nur die Weiterbildung, stellt für die Absolventen keinerlei Stellen zur Verfügung.)
Umgang mit Familien in besonderen Lebenssituationen
Unsere diesjährige Herbsttagung in Langenfeld bei Düsseldorf/NRW nahm ebenfalls Themen aus dem großen Themenbereich „Frühe Hilfen“ auf, wobei wir Kinderkrankenschwestern die Beratungs- und Unterstützungsbedürftigkeit nicht nur im klassischen Jugendamtsbereich „minderjährige Eltern, gewaltbereitete Eltern, suchtkranke Eltern“ sehen, sondern auch bei verwaisten Eltern, Eltern in partnerschaftlichen Konfliktsituationen und spätgebärenden Eltern.
Im Umgang mit minderjährigen Eltern betonte Birgit Weyergraf, die im Auftrag der evangelischen Jugend- und Familienhilfe aufsuchende Hilfe leistet, wie wichtig es ist, die minderjährigen Mütter in ihrer Mutterrolle zu stärken. Auch gegenüber familiären Verstrickungen in der Ursprungsfamilie die Mütter darin zu unterstützen, die Verantwortung für ihr Kind selbst zu übernehmen, um somit eine dauerhafte Basis für die Entwicklung des Kindes zu schaffen.
Brigitte Münzel, Suchtberaterin aus Köln verdeutlichte mit einem kleinen Rollenspiel, wie aus erlebten Mangelsituationen Suchtgefährdung und wie bei Suchtkranken die Mechanismen der Abhängigkeit und Verdrängungsmechanismen entstehen. Somit wurde klar, dass eine dauerhafte therapeutische Begleitung einer Familie mit Suchtproblematik in der Familiengründungsphase unumgänglich ist und es aller Wahrscheinlichkeit nicht funktionieren kann, dass junge Eltern zugunsten ihres Kindes ohne Hilfsnetz die Sucht aufgeben werden.
Eberhard Motzkau von der Kinderschutzambulanz Düsseldorf erklärte Gewaltformen und verschiedene Mechanismen der Gewaltentstehung in Familien, zum einen als Folge einer Überforderung, zum anderen als Mittel zur Erziehung in hierarchischen Strukturen. Da sich in gewaltbereiten Familien alle Beteiligten als Opfer betrachten, sei es wichtig bei der Betreuung von diesen Familien die Interessen und das Wohl des Kindes immer im Mittelpunkt zu behalten, die Sorge ist daher wichtiger als die Anklage. Somit sind kleine Schritte in Ruhe zielführender als schnelle Handlungen, die scheitern.
Johannes Newzella betonte am zweiten Fortbildungstag die viel zu wenig beachtete Rolle des Vaters in der Familie und dass die meisten Beziehungen junger Familien an der Kommunikationslosigkeit scheitern. Ein probates Mittel sei das sog. Zwiegespräch in denen Partner regelmäßige festgelegte Gesprächszeiten vereinbaren, in denen sie sich über die wesentlichen Dinge unterhalten, die sie gerade beschäftigen. Das besondere hierbei sei, dass bei einer festgelegten Gesprächszeit von beispielsweise 1,5 Stunden, die Partner jeweils die genau gleiche Gesprächszeit zugewiesen bekommen, so dass z.B. jeweils nach 15 Minuten der andere Partner zu Wort kommt. Die Statements sollen in der Ich-Botschaft verfasst werden und vom Partner nicht unterbrochen werden. Diese Gesprächskultur habe sich bewährt, sich wieder auszutauschen, wenn die Beziehung in einem Neben einander her leben zu erkalten droht.
Erika Schöning-Höpken (www.wege-durchs-leben.de), zertifizierte Trauerberaterin und selbst verwaiste Mutter betonte wie wichtig es sei, im Umgang mit verwaisten Eltern seiner eigenen Betroffenheit nicht auszuweichen, das Thema zu wechseln oder die Situation tot zu schweigen. Wichtig sei es vielmehr, die Trauer der verwaisten Eltern auch nach Jahren noch zu akzeptieren, das verstorbene Kind als dauerhaftes Mitglied im Familiengefüge zu begreifen, nicht billig zu vertrösten, oder das Thema zu wechseln.
Mechthild Hoehl fragte sich schließlich, warum die Eltern, die sie in der Familiengründungsphase berät, häufig schon deutlich über 35, ja sogar 40 Jahre seien und stellte fest, dass dieses ein allgemeines Phänomen ist und die Anzahl der spätgebärenden Eltern immer größer werde. Da diese in der Schwangerschaft aber häufig besonders intensiv betreut, und zum großen Teil durch invasive Diagnostiken auch stark verunsichert werden, fällt es ihnen manchmal schwer, nach der Geburt aus dieser rationalen Herangehensweise an das „Projekt Kinderwunsch“ auf eine intuitive Elternschaft umzustellen. Sie benötigen daher zielgruppengerechte qualitativ hochwertige Angebote, die sowohl ihren kognitiven Bedürfnissen als auch ihrer emotionalen von außen herangetragenen Verunsicherung gerecht wird und sie in ihrer ureigenen Elternrolle unterstützt. Diese Elterngruppe spielt für die freiberuflich präventive Kinderkrankenpflege eine große Rolle, da hier eine zahlungskräftige Kundschaft zu finden ist, die bereit ist, angemessen für Beratungen zu zahlen. Zudem sind sie gut zugänglich, dankbar und die Arbeit mit ihnen sehr befriedigend.
Literatur- und Internettipps:
www.liga-kind.de
Die Deutsche Liga für das Kind ist ein bundesweites Netzwerk zahlreicher Verbände aus dem Bereich „Frühe Hilfen“. Sehr empfehlenswert für alle, die mit jungen Familien arbeiten ist die Zeitschrift „frühe Kindheit“, in der regelmäßig relevante Themen aus diesem Arbeitsfeld vielfältig und gut recherchiert aufbereitet werden. Wer kein Abo abschließen möchte, kann auch einzelne Exemplare aus dem Archiv bestellen, sofern noch vorrätig. Die Film- DVD „Ein Leben beginnt“ eignet sich hervorragend für Schulungszwecke.
www.gesundheitliche-chancengleichheit.de
Diese Internetplattform nimmt sich der Thematik Gesundheitsförderung bei sozial Benachteiligten an, mit einer Datenbank von laufenden Projekten, Terminhinweisen von relevanten Veranstaltungen uvam.
www.mehrgenerationenhaeuser.de
Mehrgenerationenhäuser sind Treffpunkte für Menschen unterschiedlicher Alterstufen, Begegnungs-zentren und Dienstleistungsdrehscheiben. Politisch gefördert schießen sie im Moment wie Pilze aus dem Boden. Ca. 500 Projekte dieser Art sind bundesweit schon in Betrieb gegangen. Die Qualität dieser Angebote ist nicht standardisiert und daher sehr unterschiedlich. Insgesamt passen jedoch die Dienstleistungen freiberuflich und/oder präventiv tätiger Kinderkrankenschwestern sehr gut in die Grundidee und die Adressaten von Mehrgenerationenhäusern. Daher können wir allen Kolleginnen zur regionalen Kontaktaufnahme raten.
Aspekte präventiven Handelns von Kinder-krankenschwestern (Antja Cwienk)
In der „Münchner Erklärung“ vom Jahr 2000, abgegeben auf der WHO-Ministerkonferenz
Pflege und Hebammen, hieß es: „Pflegeberufe sollen verstärkt Aufgaben und Handlungsfelder in der Prävention und Gesundheitsförderung übernehmen“. Nachfolgend wurden diverse Weiterbildungen für Pflegekräfte und Hebammen im Bereich Gesundheitsförderung und Public Health ins Leben gerufen. Prävention und Gesundheitsförderung wurde bei der Neuordnung
des Krankenpflegegesetzes von 2004 in die Ausbildungsziele für Gesundheits- und
KrankenpflegerInnen aufgenommen. Unser Berufsverband spricht insbesondere präventiv tätige Kinderkrankenschwestern an und erarbeitet derzeit zusammen mit dem BeKD ein Weiterbildungskonzept für den Bereich Familiengesundheit.
Theoretische Grundlagen und systematische Konzepte, wie die Pflege effektiv im Bereich
Gesundheitsförderung mitwirken kann, gibt es allerdings erst in bescheidenen Ansätzen. Wir sind also gefordert, diesen Bereich für uns zu definieren und mit Leben zu füllen.
Begriffsdefinitionen zu Prävention
Dazu möchte ich kurz die Begrifflichkeiten Prävention, Prophylaxe und Gesundheitsförderung definieren und aus gesundheitswissenschaftlicher Sichtweise voneinander abgrenzen. Allen Begriffen gemeinsam sind die Ziele, Vorbeugung und
Verhütung von gesundheitlichen Gefahren und Schädigungen. In den Ansätzen und von der
Herangehensweise her unterscheiden sich die Begriffe jedoch entscheidend. Prävention
(praevenire lat. = zuvorkommen) geht von Krankheiten und Risikofaktoren aus und versucht
durch Vermeidung der Auslösefaktoren und Änderung der Verhaltensweisen, diese günstig zu
beeinflussen oder zurückzudrängen, wobei Prävention ein Begriff ist, der der Medizin
zugeordnet wird. Von der Wortbedeutung identisch, aber als Begrifflichkeit eher der Pflege
zuzuordnen ist Prophylaxe (griech. = Vorbeugung) und hat sich als eigenständiger Aufgabenbereich der Pflege etabliert. Maßnahmen der Pneumonie-, Thrombose-, Dekubitusprophylaxe u. a. m. gehören zum professionellen Handlungsrepertoire der Pflegenden in der Berufspraxis, insbesondere in Krankenhäusern.
Gesundheitsförderung setzt bei den gesundheitlichen Ressourcen der Menschen an, die gestärkt und gefördert werden sollen (Empowerment) und berücksichtigt und bezieht die Lebenswelten (Settings) der Betroffenen ein. Damit basiert Gesundheitsförderung im Unterschied zur Prävention auf einen positiven Gesundheitsbegriff und geht nicht allein von Krankheit und Risikofaktoren aus. Die Kombination von verhaltensorientierten und verhältnisorientierten Strategien gilt als besonders wirksam.
Benötigte Kompetenzen
Welche Kompetenzen benötigen also Kinderkrankenschwestern, um in ihrem beruflichen
Handeln präventiv oder besser gesundheitsförderlich tätig zu werden?
Die Basis bildet die Selbstkompetenz, d. h. die Fähigkeit die eigene Berufsrolle in Bezug auf
gesundheitsfördernde Aspekte, Möglichkeiten und Ziele zu reflektieren und zu definieren
(Pflegeverständnis), wobei auch die Selbstpflege, also der Umgang mit beruflichen Belastungen und die eigene Gesunderhaltung nicht vergessen werden sollte. Um zu beraten und anzuleiten, benötigt man außer Fachwissen (Sachkompetenz) auch soziale Kompetenz, geeignete Methoden und kommunikative Fähigkeiten. Entscheidend für eine erfolgreiche Arbeit ist, zudem der Austausch und die Zusammenarbeit mit KollegInnen und anderen Berufsgruppen, also die Kooperationsfähigkeit. An dieser Stelle muss sich jede Kollegin selbst fragen, ob sie diese Voraussetzungen erfüllt und wie sie etwaige Defizite durch geeignete Fortbildungen ausgleichen kann. Die inhaltliche Beschäftigung mit gesundheitswissenschaftlichen Ansätzen, das Wissen um die Existenz gesundheitsfördernder
Netzwerke in den Settings Schule, Kindergarten, Städte und Gemeinden, Krankenhäusern und
in Betrieben und ihrer Projekte sind weitere fachlich relevante Aspekte.
Handlungsfelder und Aufgabenbereiche für Kinderkrankenpflege im Bereich Prävention und Gesundheitsförderung
Präventives Handeln von Kinderkrankenschwestern kann je nach Praxisfeld sehr unterschiedlich aussehen. Ob man im Früh- und Neugeborenenbereich in der Stillberatung tätig ist, in der aufsuchenden Familienpflege Basiswissen zur Säuglingspflege und Ernährung vermittelt, chronisch kranken Kindern und ihren Eltern durch Schulungen hilft, besser mit ihrer Krankheit umzugehen, das Spektrum ist sehr vielfältig und muss wohl an dieser Stelle nicht weiter ausgeführt werden. Präventives oder besser gesundheitsförderliches Handeln in der Kinderkrankenpflege ist weder eine neue, zusätzliche Aufgabe, noch eine neue Pflegetechnik oder gar eine unerreichbare Ideologie. Ob in der Klinik, im ambulanten Sektor, in Reha - Einrichtungen oder im freiberuflichen Rahmen, ob als Anfängerin, ob im Stationsteam oder als Pflegedienstleitung, gesundheitsförderliches Handeln ist in jedem Bereich und in jeder Position möglich, führt zu mehr Berufszufriedenheit und verbessert die Chancen bezüglich Pflegequalität und Außenwirkung .
IG Konkret
Zertifizierung von Präventionskursen durch die Krankenkassen (Martina Sommer)
Liebe KollegInnen,
als Gesundheitsberaterin mit dem Schwerpunkt „Entspannung“ biete ich Progressive Muskelentspannung (PM) und Autogenes Training (AT) für Grundschüler und Erwachsene an. Anfang des Jahres ließ ich mich durch die Krankenkassen (KK) zertifizieren. Danach werden meine Kurse von den KK als Präventionsangebot nach §20 SGB V anerkannt und entsprechend bezuschusst. Grundlage dieser Zertifizierung ist der „Leitfaden Prävention“ … in der Fassung vom 2. Juni 2008. (abrufbar un-ter: http://www.vdak.de/presse/Broschueren/leitfaden-praevention/index.htm. )
Ein gewisser Handlungsspielraum für die KK er-möglicht es uns Kinderkrankenschwestern/Pflegern, unsere Präventionsangebote im Bereich Entspannung (AT und PM) zertifizieren zu lassen, obwohl unsere Berufsgruppe offiziell nicht zu den förderungswürdigen Berufen zählt.
Notwendige Unterlagen sind: Berufsurkunde, Zusatzqualifikationen, der Antrag mit Angaben über Ziele, Inhalte, Methodik, Vernetzung, Dauer und Umfang der Maßnahme, Kurskonzept und Trainermanual.
Es empfiehlt sich, mit allen regionalen KK direkt Kontakt aufzunehmen, denn tlw. werden Besonderheiten benötigt, manchen reicht auch die Zusage einer anderen KK.
Der VdAK (Verband der Angestellten KK e.V.) empfiehlt nach Prüfung der Unterlagen seinen Mitgliedskassen die Zertifizierung. Trotzdem muss für die schriftliche Zusage mit jeder Mitgliedskasse Kontakt aufgenommen werden. Die Zertifizierung erfolgt tlw. bundesweit, tlw. regional. Die IKK und AOK zertifizieren für das Bundesland.
Die BKK hat die Zertifizierung outgesourct an das Team Gesundheit. Für die Eintragung der Kurse und Bearbeitung der Unterlagen wird eine Gebühr von 20,00 € / Kurs erhoben. Leider werden Kinderkrankenschwestern von der BKK z. Zt. für Entspannungskurse nicht zertifiziert.
Die Zertifizierung lohnt sich m.E., denn die Kursteilnehmer nutzen das Präventionsangebot der Kassen gerne. Ärgerlich ist grundsätzlich, dass wir Kinderkrankenschwestern nicht als förderungswürdige Berufsgruppe für Entspannungskurse im Leitfaden aufgeführt sind. Die BKK-Versicherten würden es danken.
Ich wünsche Euch viel Erfolg bei Eurer Zertifizierung!
Kostenübernahme von Eltern-Kind-Kursen durch öffentliche Behörden (Lucia Cremer)
Ich erzähl mal kurz "meine Geschichte".
Vor einiger Zeit bekam ich eine E-Mail von Mechthild, da Sie von mir ein paar Tipps zum Aufbau einer Mütterberatung haben wollte.
Wir haben dann telefoniert und in diesem Gespräch erzählte Mechthild von den Kursen "Auf den Anfang kommt es an". Sie erzählte davon, dass diese Kurse in Rheinland-Pfalz über das Land im Rahmen von Präventionskursen abgerechnet werden können.
Das hat mein Interesse geweckt und ich habe mich hier in NRW darüber informiert welche Möglichkeiten ich habe, einen solchen Kurs anzubieten und wie die Finanzierung aussehe.
Die stellte sich jedoch viel schwieriger dar als erwartet.
Insgesamt hat es fast 3 Wochen gedauert bis ich alle Informationen zusammen hatte. Nach vielen entmutigenden E-Mails, endlosen Warteschleifen, Ministerien von denen ich noch nie gehört habe, bekam ich dann die Information, dass in NRW jede Kommune Geld erhält, um die „frühen Hilfen“ vor Ort zu gestallten.
Mit dieser Information habe ich dann beim Jugendamt der Stadt Eschweiler ein Kurskonzept einge-reicht, welches auf großes Interesse stieß. Nach einigen Vorgesprächen wurde der Kurs „Auf den Anfang kommt es an“ tatsächlich im Rahmen der frühen Hilfen in Eschweiler eingeführt.
Im Pilotprojekt für 2008 habe ich bereits 2 Kurse gestartet und die Nachfrage nach freien Plätzen steigt, so dass letzte Woche für das Jahr 2009 6 Kurse genehmigt wurden.
Abschließend möchte ich noch sagen, dass ich bereits seit 10 Jahren in Eschweiler in der „Mütterbe-ratung“ tätig bin. Ich leite zusammen mit einer Kollegin eine Elternschule „Storchenbiss e.V.“ und bin so mit den Kinderärzten und anderen Einrichtungen wie AWO, SKF und Jugendamt in Kontakt.
Es gibt für mich als freiberufliche Kinderkrankenschwester genug Arbeit, wobei ich davon einen großen Teil ehrenamtlich leiste. So ist es jetzt besonders schön, dass der Kurs „Auf den Anfang kommt e kann“ bezahlt wird. Allerdings glaube ich auch, dass mein Kurskonzept für die Präventions-arbeit ohne meine ehrenamtlichen Tätigkeiten und somit meiner „Bekanntheit“ viel weniger Interesse geweckt hätte.
Liebe Grüße Lucia
www.hilfe-rund-ums-baby.de
Anmerkung
Unter www.vivafamilia.de/40.html kann dieses Grundkonzept „Auf den Anfang kommt es an“ eingesehen werden, dass im Land Rheinland-Pfalz vom Landesjugendamt finanziert wird. Es handelt sich um ein Elterntrainingsprogramm, welches ich in fortlaufende Eltern-Kind-Gruppen nach dem BISS-Konzept integriere und durch meine eigenen Handblätter zu den einzelnen Themenbereichen ergänze. In dieser Form wird dieses Konzept bei mir gut angenommen. In der Evaluation nannten die Eltern, dass ihnen weder eine Eltern-Kind-Gruppe ohne Elterntraining, noch ein reines Eltern-training ohne Angebot für die Kinder besser gefallen hätte.
Weitere Infos gern bei mir,
Mechthild Hoehl,
www.kindergesundheit-trier.de
Redaktion des Rundbriefes: Mechthild Hoehl
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